Dienstag, 15. September 2009

von Windsbräuten und Kamelen

Vorgestern konnte ich endlich wieder mal ein UFO von meinen Nadeln befreien, gestern hab ich gefärbt und nun kann ich es euch zeigen: eine Windsbraut von Monika Eckert und zwar Sommerwind, die Anleitung von Monikas Yahoo Gruppe.



Eigentlich wollte ich ja ein "kleines Halstuch" stricken, na ja... Hätt ich nicht einen Fehler eingebaut und das Ding in die Ecke geschmissen, wäre es sogar sehr schnell fertig geworden, so aber lag es fast ein Monat herum.

Die Wolle ist Thermalwolle von Schachenmayr, ich bin begeistert wie toll sie sich für Lacetücher eignet. Mit fast 600m/100g ist sie nicht so dick wie Sockenwolle aber auch nicht so fein wie ein Bindfaden. Für mich ist sie sehr komfortabel zu stricken und sooo schön weich!

Ursprünglich war das ganze Tuch weiß, ich hab es nach dem Stricken mit einer fingerspitze voll Blauholz und einer handvoll Hibiskusblüten mit Alaundirektbeize gefärbt. Mir schwebte ein sanftes Flieder vor und ich bin vollauf zufrieden mit dem Ergebnis!

Ich hab mir alle Windsbräute gegönnt und werde sie wohl nach und nach als Geschenk stricken.

Das Spinnrad hab ich endlich auch wieder aktiviert, die ersten paar Meter waren richtig gewöhnungsbedürftig. Ich habe aus Ungarn ein wenig Babykamelhaar, Alpaka und Guanako zum probieren bekommen und habe mich gleich ans Kamel gemacht. Ich bin begeistert, wie fein das Garn wurde!



Es hat eine LL von umgerechnet 620m/100g gezwirnt, allerdings sind dies nur 35g. Es fühlt sich sogar weicher an als meine Alpakagarne, was mich sehr wundert. Allerdings scheint es sich hier nur um die Unterwolle zu handeln, es war eine ganz flauschige Vlieswolke.

Ich muss jetzt die Stricknadeln ein wenig schneller glühen lassen, Sohn 2 hat schon urgiert, wann er denn nun endlich einen Pullover bekommt - als ob ich sonst keine UFOs mehr hätte...

Freitag, 11. September 2009

We proudly present...

...FRANZL! (Ob es bei dem Namen bleibt, weiß ich noch nicht.)



Dieser junge Mann ist ein Classic Lama und wird im November zusammen mit Alexandras Baron den Grundstock einer neuen Herde bilden. Das beste an der Geschichte: er gehört MIR! Freudentanz

Alexandras Traum ist es, die Lamas zu trainieren und mit ihnen Wanderungen zu organisieren. Ich freue mich natürlich auf die Wolle. In ferner Zukunft möchten wir auch Woolys haben, aber fürs erste genießen wir unsere beiden Süßen. Ich bin jetzt schon ganz verliebt in diese großen Augen!

Dienstag, 8. September 2009

Verblüffung

Heute war ich schwer verblüfft, welch intensive Farben die Natur hervorbringen kann, ich dachte bisher, solch ein Ergebnis wäre nur mit chemischen Farben zu erreichen:



Das ist eine Blauholz-Direktfärbung mit Alaun-Weinstein Beize, 3 Züge.
Da ich ja ungeduldig bin, hab ich das Blauholz weder eingeweicht noch 4 Stunden ausgekocht (nur eine Stunde), dann die Wolle auch nicht 3 Tage vorgebeizt, sondern die Beize direkt zum Sud gegeben und eine Stunde gekocht.

Wie wäre wohl das Ergebnis, wenn ich mich ans Rezept gehalten hätte? NOCH intensiver geht ja gar nicht.

Es handelt sich hier um 3x50g kuschelweiches, etwas dickeres Lacegarn (600m/100g, zusammen also 900m), nicht handgesponnen. Es gefällt mir einfach unglaublich gut, aber da ich langsam in Wolle ersticke werde ich es wohl zur Adoption freigeben. ;-)

Dienstag, 1. September 2009

Färbeanfall

Gestern hatte ich einen akuten Färbeanfall, und da bei uns der Holler schon fast "aus" ist, musste ich schnell handeln.

Vom Vorjahr weiß ich ja schon, dass Hollerfärbungen ohne Nachbehandlung nicht lila, sondern olivgrün wird und genau das wollte ich jetzt. Wolle für einen olivgrünen Pulli in verschiedenen Schattierungen.

Da ja alles schnell gehen muss, hab ich die Eintopffärbung gewählt. Also eine Stunde lang die Beeren ausgekocht, dann abgeseiht und das Alaun direkt in die Färbeflotte gegeben anstelle vorher damit zu beizen.



Der erste Zug kam nach einer weiteren Stunde auch knall-lila aus der Flotte, es handelt sich um 100g Sockenwolle mit Leinen von Isaarwolle. Ich hab noch drei weitere Züge gefärbt und dann mal alles ausgespült.

Wie erstaunt war ich, als der erste Zug tatsächlich lila blieb und der zweite noch einen leichten lila-Stich hat!!!



So sieht das Ganze nun absolut trocken aus - ich bin total begeistert!



Obwohl nun nicht die Farbe rausgekommen ist, die ich erwartet hatte, bin ich vollauf zufrieden. Das wird ein Pullover im Farbverlauf, ganz klar. Ich weiß nur noch nicht, welcher.

Ich muss definitiv in diesem Jahr noch mal mit Holler färben, die letzten paar Beeren auf den Sträuchern gehören mir!!!